Pirandello

Pirandello

Luigi Pirandello              

 (1867-1936)

da: Il fu Mattia Pascal – Cap VIII

letto da:
Teresa Fallai

 

 

aus: Mattia Pascal – Kap VIII

gelesen von:
Therese Hämer

Ma io volevo vivere anche per me, nel presente. M’assaliva di tratto in tratto l’idea di quella mia libertà sconfinata, unica, e provavo una felicità improvvisa, così forte, che quasi mi ci smarrivo in un beato stupore; me la sentivo entrar nel petto con un respiro lunghissimo e largo, che mi sollevava tutto lo spirito. Solo! solo! solo! padrone di me! senza dover dar conto di nulla a nessuno! Ecco, potevo andare dove mi piaceva: a Venezia? a Venezia! a Firenze? a Firenze! e quella mia felicità mi seguiva dovunque. Ah, ricordo un tramonto, a Torino, nei primi mesi di quella mia nuova vita, sul Lungo Po, presso al ponte che ritiene per una pescaia l’impeto delle acque che vi fremono irose: l’aria era d’una trasparenza meravigliosa; tutte le cose in ombra parevano smaltate in quella limpidezza; e io, guardando, mi sentii così ebro della mia libertà, che temetti quasi d’impazzire, di non potervi resistere a lungo. Avevo già effettuato da capo a piedi la mia trasformazione esteriore: tutto sbarbato, con un pajo di occhiali azzurri chiari e coi capelli lunghi, scomposti artisticamente: parevo proprio un altro! Mi fermavo qualche volta a conversar con me stesso innanzi a uno specchio e mi mettevo a ridere. « Adriano Meis! Uomo felice! Peccato che debba esser conciato così… Ma, via’ che te n’importa? Va benone! Se non fosse per quest’occhio di lui di quell’imbecille, non saresti poi, alla fin fine, tanto brutto, nella stranezza un po’ spavalda della tua figura. Fai un po’ ridere le donne, ecco. Ma la colpa, in fondo, non è tua. Se quell’altro non avesse portato i capelli così corti, tu non saresti ora obbligato a portarli così lunghi: e non certo per tuo gusto, lo so, vai ora sbarbato come un prete. Pazienza! Quando le donne ridono… ridi anche tu: è il meglio che possa fare. » Vivevo, per altro, con me e di me, quasi esclusivamente.

Doch ich wollte auch ein selbstständiges Leben haben, in der Gegenwart. Von Zeit zu Zeit erfasste ich die Unbegrenztheit, Einzigartikeit meiner Freiheit und dann empfand ich plötzlich eine so große Freude, dass ich fast dahinschmolz vor seligem Erstaunen. Allein! Allein! Allein! Herr meiner selbst. Ohne verpflichtet zu sein, irgendjemandem Rechenschaft abzulegen! Ich konnte gehen, wohin ich wollte. Nach Venedig? Nach Venedig! Nach Florenz? Nach Florenz! Diese Fröhlichkeit folgte mir überall hin. Ich erinner mich noch an einen Sonnenuntergang in Turin, in den ersten Tagen meines neuen Lebens, auf dem Lungo Po, in der Nähe der Brücke, die durch eine Schleuse die Macht des Wassers, das dort zornig schäumt, zurückdämmt. Die Luft war von wunderbarer Klarheit und alle Dinge, die im Schatten lagen, schienen von Emaille überzogen. Ich war, als ich dies sah, so berauscht von meiner Freiheit, dass ich fürchtete verrückt zu werden, nicht mehr lange widerstehen zu können. Meine äußerliche Wandlung war vom Kopf bis zu den Füßen schon vollständig. Vollkommen rasiert, mit einer hellblauen Brille und mit langen Haaren, das kunstvoll in Unordnung gebracht worden war. Ich schien ein anderer Mensch zu sein! Manchmal hielt ich, Selbstgespräche mit mir führend, vor einem Spiegel und begann zu lachen. “Adriano Meis! Ein glücklicher Mann! Schade nur, dass er so herausgeputzt sein muss… Aber egal, was kümmert es dich? Es läuft spitze! Wenn dieses Auge nicht wäre, das Auge dieses Schwachsinnigen, dann wärst du, im großen und ganzen, gar nicht mal so hässlich, trotz der Dreistheit deiner merkwürdigen Figur. Die Frauen lachen ein bisschen, das ja. Aber daran trägst du im Grunde keine Schuld. Wenn jener andere die Haare nicht so kurz getragen hätte, wärst du jetzt nicht gezwungen, sie so lang zu tragen. Und sicher ist es auch nicht dein Geschmack, das weiß ich, dass du jetzt rasiert wie ein Priester bist. Geduld! Wenn die Frauen lachen… dann lach auch du. Das ist das Beste, was du tun kannst. ” Ich lebte im übrigen für mich und von mir, fast ausschließlich.